Viele Sportler nehmen CBD, um nach dem Training besser zu entspannen, schneller zu regenerieren oder ruhiger zu schlafen. In einer Befragung von 517 Rugbyprofis hatte jeder Vierte schon einmal CBD genutzt, bei den Spielern ab 28 Jahren sogar vier von zehn.
Die Studienlage ist bisher aber deutlich dünner als die Werbung vieler Hersteller. Dazu kommt ein Risiko, das Freizeitsportler kaum betrifft, Wettkampfsportler aber sehr: Viele CBD-Produkte enthalten Spuren von THC oder anderen Cannabinoiden, die im Dopingtest auffallen können.
Dieser Ratgeber zeigt, was Studien zu CBD im Sport tatsächlich gefunden haben, welche Regeln WADA und NADA aufstellen und worauf es beim Kauf ankommt. Die Regeln sind auf dem Stand von Oktober 2026.
Kurz gesagt:
- Cannabidiol steht seit 2018 nicht mehr auf der Verbotsliste der WADA, THC und andere Cannabinoide sind im Wettkampf aber verboten.
- Studien mit Sportlern finden bisher keinen sicheren Vorteil für Kraft, Ausdauer oder Muskelkater.
- Viele Produkte enthalten THC-Spuren oder andere Cannabinoide, die im Dopingtest zu einem positiven Befund führen können.
- Die NADA rät Wettkampfsportlern deshalb, ganz auf CBD- und Hanfprodukte zu verzichten.
- Für Freizeitsportler sind CBD-Produkte frei verkäuflich, hier zählen vor allem Qualität und Verträglichkeit.
CBD Sport: was Studien zur Regeneration zeigen

Zu CBD im Sport gibt es inzwischen gut ein Dutzend Studien mit Sportlern oder trainierten Erwachsenen. Sie sind allerdings klein, meist mit wenigen Dutzend Teilnehmern, und die Mengen reichen von 50 Milligramm am Tag bis zu mehreren Hundert.
Die meisten dieser Studien fanden nach CBD weder mehr Kraft noch mehr Ausdauer noch weniger Muskelkater als nach einem Placebo. Eine Auswertung von sieben Studien aus dem Jahr 2024 sah nur einen begrenzten Nutzen bei einzelnen Messwerten, eine schnellere Regeneration gilt deshalb als nicht belegt.
Ausdauer: Laufen und Radfahren

In einer der größeren Studien liefen 51 Freizeitsportler zehn Kilometer, einmal nach CBD und einmal nach einem Placebo. Laufzeit, Schmerzempfinden und Stimmung unterschieden sich nicht. Auch trainierte Läufer waren in einer Studie mit kleiner und mittlerer Menge nicht schneller oder langsamer.
Nach drei Wochen täglicher Einnahme brachten Radfahrer im Leistungstest ebenfalls nicht mehr Leistung.
Eine Gruppe von zwölf Läufern fühlte sich nach CBD ruhiger und empfand die erste Meile als etwas leichter, die Zeit änderte sich aber nicht. Immerhin zeigen die Studien auch, dass CBD die Ausdauerleistung in diesen Mengen nicht verschlechtert.
Kraft und Muskelkater

Nach ungewohntem Krafttraining hatten untrainierte Männer mit CBD genauso viel Muskelkater wie ohne. Bei trainierten Studentinnen fanden Forscher nach drei Gaben weder geringere Entzündungswerte noch weniger Muskelschäden.
Ein kleines positives Ergebnis fand eine Studie mit 16 trainierten Teilnehmern: Sie hatten drei Tage nach einem harten Krafttraining mit CBD etwas niedrigere Blutwerte für Muskelschäden und schafften bei der Kniebeuge etwas mehr. Die Effekte waren klein und ließen sich in einer Folgestudie nicht klar bestätigen.
Schlaf und Erholung nach dem Training

Der häufigste Grund für CBD im Sport ist die Erholung. In der Befragung der Rugbyprofis nannten acht von zehn Nutzern Regeneration und Schmerzen als Grund, fast genauso viele den Schlaf.
Kontrollierte Studien zum Schlaf von Sportlern gibt es bisher nicht. Bei gesunden Erwachsenen veränderte eine einmalige höhere Menge den Schlaf im Schlaflabor nicht, und in einer Studie über zwölf Wochen schliefen Teilnehmer mit CBD nicht besser als mit Placebo.
CBD Sports: warum Sportler CBD nehmen

Die Idee, CBD im Sport zu nutzen, stammt vor allem aus Tierversuchen, in denen Cannabidiol entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkte. Bei Menschen ließ sich das im Sport bisher nicht bestätigen, beliebt ist CBD trotzdem.
In der Befragung der Rugbyprofis berichteten zwei von drei Nutzern von einem spürbaren Nutzen. Ihr Wissen hatten die meisten aus dem Internet oder von Mitspielern, nur wenige hatten einen Ernährungsberater gefragt.
Unter Spitzensportlern in Kanada hatten in einer anderen Befragung knapp vier von zehn schon CBD genommen. Wer darauf verzichtete oder wieder aufhörte, nannte am häufigsten die Angst vor einem Dopingverstoß.
Auffällig ist der Abstand zu den Mengen, die als unbedenklich gelten. In den Studien nahmen die Teilnehmer meist 50 bis 300 Milligramm und damit das 25- bis 150-Fache dessen, was die EFSA bislang als sichere Tagesmenge ansieht.
CBD im Sport und Doping: die Regeln der WADA

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat Cannabidiol zum 1. Januar 2018 von ihrer Verbotsliste genommen. Alle anderen natürlichen und synthetischen Cannabinoide bleiben im Wettkampf verboten, nach der Liste 2026 also neben THC auch CBG, CBN und CBDV.
Für THC gilt ein fester Grenzwert: Liegt das Abbauprodukt Carboxy-THC im Urin über 150 Nanogramm pro Milliliter, ist die Probe positiv. Für die übrigen verbotenen Cannabinoide gibt es keinen solchen Grenzwert.
Warum die NADA von CBD-Produkten abrät

Die Nationale Anti-Doping Agentur NADA empfiehlt Sportlern, ganz auf CBD- und Hanfprodukte zu verzichten. Ihr Grund ist, dass kaum ein Produkt unabhängig auf THC und andere Cannabinoide geprüft wird.
Untersuchungen stützen diese Vorsicht. Bei 84 online gekauften CBD-Produkten war nur knapp ein Drittel korrekt beschriftet, und jedes fünfte enthielt THC.
In einer anderen Studie nahmen die Teilnehmer zehn Wochen lang ein Breitspektrum-Produkt ohne THC, trotzdem fanden sich im Urin die Cannabinoide CBG und CBDV, die im Wettkampf ebenfalls verboten sind.
Auch auf dem deutschen Markt ist das Problem bekannt. Bei einer Untersuchung von 28 Produkten hätte mehr als ein Drittel nach Einschätzung der Forscher bei normaler Einnahme zu einem positiven Dopingtest führen können.
In einer weiteren Untersuchung enthielten 20 von 23 Hanfprodukten verschiedene Cannabinoide, und in knapp jeder dritten Urinprobe acht Stunden nach der Einnahme wäre ein Dopingverstoß festgestellt worden.
Im Training erlaubt, im Wettkampf ein Risiko
Das Verbot der Cannabinoide gilt nur im Wettkampf, im Training sind sie nicht verboten. Trotzdem ist eine Einnahme kurz vor der Saison riskant, denn laut NADA bleiben Cannabinoide bis zu mehreren Wochen im Urin nachweisbar.
Außerdem zählt im Anti-Doping-Recht auch eine unbeabsichtigte Aufnahme als Verstoß. Wer sich auf eine falsche Angabe auf der Flasche verlassen hat, ist damit nicht entschuldigt.
Was sich 2027 ändert
Zum 1. Januar 2027 tritt eine neue Verbotsliste der WADA in Kraft, in der die Regeln für Cannabinoide überarbeitet wurden.
Nach Angaben der WADA bildet die neue Fassung den aktuellen Wissensstand zu Cannabinoiden mit THC-ähnlicher Wirkung ab. Wer an Wettkämpfen teilnimmt, sollte deshalb vor jeder Saison die aktuelle Liste der NADA prüfen.
CBD Sports Produkte: welche Formen Sportler nutzen

Im Handel gibt es eigene Sportlinien mit CBD, vor allem Gele, Cremes und Wärmebalsame zum Einreiben sowie Öle und Kapseln zum Einnehmen. Alle diese Produkte sind in Deutschland frei verkäuflich.
Für Gele und Cremes gegen Muskelkater ist die Studienlage bisher dünn. In drei kleinen Studien mit jungen Erwachsenen fühlten sich die Muskeln nach einer CBD-Creme nicht besser an als nach einer Creme ohne CBD. Mehr zu den Produkten zum Einreiben steht im Ratgeber CBD-Gel.
Auch Cremes sind nicht ganz frei von Nebenwirkungen. In einer kleinen Beobachtung mit ehemaligen Profisportlern, die sechs Wochen lang ein CBD-Produkt gegen Beinschmerzen auftrugen, berichtete ein Teil von trockener Haut oder Ausschlag.
Worauf Sportler beim Kauf achten

- Laborbericht: Der Bericht zur Charge sollte neben THC auch andere Cannabinoide wie CBG, CBN und CBDV aufführen.
- Produktart: Ein reines CBD-Isolat enthält am wenigsten Begleitstoffe. Nach Vollspektrum-Produkten fanden Dopinglabore im Urin besonders häufig weitere Cannabinoide.
- Wettkampf: Wer Dopingkontrollen unterliegt, folgt am sichersten der Empfehlung der NADA und verzichtet ganz.
- Versprechen: Produkte, die mehr Leistung oder schnellere Heilung versprechen, gehen über das hinaus, was Studien zeigen.
CBD Muskelentspannung nach dem Training

Weniger Muskelkater ließ sich in den meisten Studien nicht messen. Was viele Nutzer beschreiben, ist eher ein Gefühl von Ruhe nach dem Training, und dazu passt eine Auswertung von 16 Studien: Die Teilnehmer fühlten sich nach CBD etwas schläfriger, in objektiven Tests zeigte sich dagegen kaum ein Unterschied.
Wer CBD nach dem Sport ausprobieren möchte, beginnt am besten mit einer kleinen Menge und testet die Wirkung zu Hause. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hält für Erwachsene bislang bis zu 2 Milligramm am Tag für unbedenklich, viele Öle liefern pro Portion deutlich mehr.
Weil CBD bei manchen Menschen müde macht, gehört eine neue Sorte nicht in die Stunden vor einem Wettkampf oder einer längeren Autofahrt. Mehr dazu steht im Ratgeber CBD Autofahren.
Nebenwirkungen bei Sportlern

Die Teilnehmer der Sportstudien vertrugen CBD meist gut. Bei höheren Mengen sind aber Müdigkeit, Durchfall und erhöhte Leberwerte bekannt: In einer Studie der US-Arzneimittelbehörde FDA mit rund 350 Milligramm am Tag hatten etwa 6 von 100 gesunden Teilnehmern deutlich erhöhte Leberwerte.
Wer regelmäßig größere Mengen nimmt oder Medikamente braucht, spricht das am besten vorher mit dem Arzt ab.
CBD Sport: häufig gestellte Fragen

Ja. Die WADA hat Cannabidiol 2018 von der Verbotsliste genommen. Andere Cannabinoide wie THC, CBG oder CBN sind im Wettkampf aber verboten, und viele CBD-Produkte enthalten Spuren davon.
Ja, wenn das Öl THC oder andere verbotene Cannabinoide enthält. Das kommt häufig vor, weil viele Produkte nicht so zusammengesetzt sind wie angegeben. Die NADA rät Wettkampfsportlern deshalb ganz von CBD-Produkten ab.
Belegt ist das nicht. Die meisten Studien fanden nach CBD nicht weniger Muskelkater als nach einem Placebo, auch nicht bei Cremes und Gelen zum Einreiben.
Nein. In Studien mit Kraft- und Ausdauertraining schnitten die Teilnehmer nach CBD im Mittel nicht besser ab als nach einem Placebo.
Eine direkte Wirkung auf Muskelkraft oder Muskelaufbau ist nicht nachgewiesen. Viele Nutzer beschreiben eher ein Gefühl von Entspannung, und in Studien fühlten sich die Teilnehmer nach CBD etwas schläfriger.
Nein, Cannabinoide sind nur im Wettkampf verboten. Weil sie bis zu mehreren Wochen im Urin nachweisbar bleiben, kann eine Einnahme im Training trotzdem zu einem positiven Befund im Wettkampf führen.
Nicht ganz. Die NADA rät auch von Hanfprodukten ab, weil sie unbekannte Mengen an THC und anderen Cannabinoiden enthalten können. In einer Untersuchung enthielten 20 von 23 Hanfprodukten verschiedene Cannabinoide.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA rät in Schwangerschaft und Stillzeit ausdrücklich ab, und auch die EFSA sieht die Sicherheit für diese Gruppen als nicht belegt an. Wer Medikamente nimmt, klärt die Einnahme vorher mit dem Arzt oder der Apotheke, weil CBD Wechselwirkungen haben kann.
Fazit zu CBD im Sport
CBD ist im Sport beliebt, die Studien zeigen bisher aber keinen sicheren Nutzen für Leistung oder Regeneration. Wer es nach dem Training zur Entspannung nutzt, achtet auf ein geprüftes Produkt und eine kleine Menge.
Für Wettkampfsportler ist das Risiko größer als der mögliche Nutzen: THC-Spuren und andere Cannabinoide können zu einem positiven Befund führen, und die NADA rät deshalb ab.
